23/12/2024
"Die Zeit ist aus den Fugen; ..." (Shakespeare)
Zum Ende des Jahres sollte eigentlich jeder zur Ruhe kommen. Doch wird uns allen klar, dass uns die Welt entgleitet. Die Herausforderungen werden größer und wir fragen uns, ob wir ihnen noch gewachsen sind. Die lange bekannten Auswirkungen der demographische Entwicklung brechen jetzt plötzlich über uns ein. Die Zahnarztdichte wird geringer und damit die zeitnahe Terminvergabe schlechter. Trotz Milliardeninvestitionen ist die Digitalisierung mittelalterlich. Die Erfolge (eRezept und eAU) sind gerade über der Nachweisgrenze. Natürlich ist das Ganze Jammern auf hohem Niveau. Andere "Investitionen" sind bisweilen tötlich!
Natürlich hat der Steuerpflichtige kein Stimmrecht. Er bzw. sie darf nicht entscheiden, was mit den Geldern geschehen soll. Sie sind trotzdem zweckgebunden. Der Staat hat die Pflicht, seine hoheitlichen Aufgaben zu erfüllen. Trotz steigender Steuereinnahmen muss bei Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und Sicherheit gespart werden. Im Gesundheitswesen werden wieder Budgets eingeführt. Das heißt, die Ausgeben für medzinische Untersuchungen und Behandlungen werden begrenzt. Die Beiträge steigen. Eine echte Gesundheitsreform gibt es nicht. Die Lösung sucht der Gesundheitsminister im kontrollierten Rückzug (der Krankenhäuser). Der Ärztemangel wird mit Abwerben aus dem Ausland kompensiert. Die seit Jahrzehnten erforderliche Reform des Medizin-/Zahnmedizinstudiums hat man verschlafen.
Viele Herausforderungen, die wir als Ausrede für die aktuelle Lage anführen, sind selbstgemacht.
Das Dilemma ist die Divergenz von Ursache und Wirkung! Wer Entscheidungen trifft, wird von deren Auswirkungen kaum tangiert. Rechtliche Konsequenzen gibt es selten.
So haben Hamlet und der Geist die Wache Marcellus (Spahn) und Freund Horatio (Lauterbach) aufgefordert: "Macht nie bekannt, was Ihr die Nacht gesehn!", also die RKI-Akten zu schwärzen.
Vieles wird heute verschwiegen oder verklärt. "Wer die Wahrheit ausspricht, braucht ein schnelles Pferd!"
Beachten wir den Rat Hamlets: "Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, Als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio."
Und kurz darauf verlangt er (Hamlet): "Ihr wollet nie, wenn Ihr alsdann mich seht, ... Und solch verstohlnes Deuten mehr, verraten, Daß Ihr von mir was wisset: Dieses schwört, ..."
Wer schweigt, stimmt zu! Und hält Zeitlebens einen Trumpf im Ärmel, da er nicht ewig schweigen muss.
Wer sind Hamlet und der Geist? Wer sind die Schweiger? Jeder findet seine Rolle!
Die vordergründigen Ziele sind stets zu hinterfragen! So wie Claudius nicht von einer Schlange gebissen wurde, so wenig stimmen die Postulate mit der tatsächlichen Absicht überein.
Immer wieder hat "niemand ... die Absicht, eine Mauer zu errichten."! (Walter Ulbricht)
Wir verteidigen unsere Werte nicht am Hindukusch oder in der Ukraine, sondern "Hic et ubique" (Hier und überall).
Die Geschichte wiederholt sich! Hamlet will den Mord an seinem Vater rächen. Hinterlist und Zwietracht bestimmen die Entwicklungen. Am Ende haben fast alle alles verloren. Nur Fortinbras von Norwegen steht als Sieger da, ohne etwas riskiert oder investiert zu haben.
Wer ist heutzutage Fortinbras?
Nur wenn wir alle den Teufelskreis durchbrechen, können wir Kriege verhindern!
Wir wünschen allen Menschen Frieden.
(Dona nobis pacem!)