10/09/2025
Zungenbrennen in der Perimenopause/Menopause?!
Zungenbrennen (med. Burning-Mouth-Syndrome, kurz BMS) ist ein unangenehmes, teils stark brennendes Gefühl auf der Zunge, manchmal auch am Gaumen, den Lippen oder der gesamten Mundschleimhaut. Manche Frauen beschreiben es auch als Kribbeln, Taubheitsgefühl, pelziges Gefühl oder einen metallischen Geschmack.
Häufig tritt es ohne sichtbare Veränderung auf. Die Schleimhäute sehen also ganz normal aus.
Es kann dauerhaft bestehen oder phasenweise schlimmer werden, zum Beispiel im Tagesverlauf oder bei Stress. In den Wechseljahren erleben es viele Frauen zum ersten Mal.
Zusammenhang mit der Perimenopause/Menopause:
Hormonelle Veränderungen – vor allem durch sinkendes Östrogen
Östrogen hat nicht nur Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut, sondern auch auf Haut, Schleimhäute und das Nervensystem. In der Menopause sinkt der Östrogenspiegel deutlich ab.
Das hat mehrere Auswirkungen:
• Die Mundschleimhaut wird dünner und empfindlicher
• Die Speichelproduktion nimmt ab = Mundtrockenheit
• Nerven können reizbarer werden oder anders auf Reize reagieren
Daraus resultierende Folge: Die Zunge kann sich wund, trocken oder brennend anfühlen, ohne dass etwas „kaputt“ ist.
Mundtrockenheit (Xerostomie)
Viele Frauen in der Menopause bemerken, dass sie einen trockeneren Mund haben, oft ohne es direkt mit den Hormonen zu verbinden.
Weniger Speichel bedeutet:
• Weniger Schutz für die Schleimhäute
• Höhere Reizbarkeit gegenüber Essen, Getränken, Zahnpasta, etc.
• Schlechtere Abwehr gegen Pilze und Bakterien
Das alles kann zu einem ständigen Reizgefühl führen, besonders auf der Zunge, die besonders empfindlich ist.
Sinkende Hormone können auch das autonome Nervensystem beeinflussen, also das, was z. B. für Temperaturregulation, Schweißbildung oder Schmerzempfinden zuständig ist.
Viele Frauen in der Menopause berichten z. B. über:
• Kribbeln in den Füßen oder Händen
• Hitzewallungen
• Herzklopfen
• Brennen auf der Haut oder eben: Brennen auf der Zunge
Das Nervensystem wird also feinfühliger oder reagiert übertrieben auf harmlose Reize.
Angst, Anspannung, Schlafstörungen, innere Unruhe – all das kann die Schmerzwahrnehmung verändern. Auch Reize, die vorher nicht auffielen, können plötzlich als unangenehm wahrgenommen werden.
Stress wirkt außerdem direkt auf den Speichelfluss und das Nervensystem. Das kann ein Brennen im Mund auslösen oder verstärken.
Man spricht hier auch von einem psychosomatischen Anteil, der aber genauso real ist wie ein physischer Auslöser.
Nährstoffmängel:
Gerade in den Wechseljahren können bestimmte Nährstoffe schneller zur Neige gehen, z. B.:
• Vitamin B12 (wichtig für die Nerven und die Schleimhäute)
• Folsäure
• Eisen
• Zink
Ein Mangel kann Symptome wie:
• Brennende Zunge
• Wundgefühl
• Geschmackstörungen
auslösen oder verstärken. Auch ein Magnesiummangel kann neuromuskuläre Beschwerden machen, die sich zum Teil auch im Mund zeigen.
Was kann man tun?
Hier ein Überblick über sinnvolle Maßnahmen (auch naturheilkundlich):
Diagnostik:
• Hormonstatus checken (Östrogen, FSH, LH, Progesteron, DHEA-s, SHBG, freies Testosteron)
• Blutbild inkl. Ferritin, Holotranscobalamin, Zink, Folsäure, Selen, Vitamin D3
• Schilddrüsenwerte (Hypothyreose kann auch Zungenbrennen machen)
• Pilzinfektionen ausschließen (z. B. Candida im Mund)
• Allergien auf Zahnpasta, Prothesenmaterial, Zahnfüllungen prüfen
Naturheilkundliche/unterstützende Ansätze:
Ernährung & Vitalstoffe
• Ernährung optimieren (frisch, mineralstoffreich, wenig Zucker)
• Bei Bedarf: B12, Zink, Eisen, Magnesium substituieren (ggf. nach Blutwerten)
• Viel trinken (Wasser, Kräutertee) – Speichelproduktion anregen
Pflanzenheilkunde (Dosierungen individuell mit Therapeuten absprechen)
• Salbeitee oder Kamillenextrakt zum Spülen
• Rosenwurz oder Ashwagandha zur Stressregulation
• Mönchspfeffer, wenn Zyklus noch da ist, zur sanften Hormonregulation
Äußerlich:
• Spülungen mit Aloe-Vera-Gel, schwarzem Tee
• für die Mundöle z. B. Kokosöl oder Myrrhe
•probiotische Lutschtabletten
Praxis für ganzheitliche Naturheilkunde & Chiropraktik
Alexandra Nau
-Heilpraktikerin-