23/04/2026
Hallo ihr Lieben 🤗,
nachdem wir euch in den vergangenen Tagen schon ein bisschen mit auf die Landesgartenschau Neuss 2026 genommen haben, wird es nun Zeit, mit der Vorstellungsrunde unserer beiden Mustergräber zu beginnen. 🥳🌿
Starten möchte ich heute mit unserem 3-stelligen Mustergrab, bei dem schon der Grabstein eine ganz besondere Rolle spielt. Die Stele wurde von Steinmetzin Cornelia Pastohr gestaltet und ist im Grunde eine kleine Hommage an Neuss.
Auf dem Stein zu sehen sind die Neusser Stadtmauer, das Quirinus-Münster sowie noch erhaltene Stadttore wie das Obertor, das Zolltor, das Hessentor und das Niedertor. Aber auch das Globe Theater – Heimat Shakespeare Festivals – , das direkt vor dem Gelände der LaGa steht. Sogar der Düsseldorfer Fernsehturm hat seinen Platz auf der Stele gefunden. Warum? Weil man ihn tatsächlich sehen kann, wenn man auf dem Neusser Markt steht und über das Quirinus schaut. Und weil und nun einmal nah beieinander liegen, durfte dieser kleine Blick über den Rhein offenbar nicht fehlen. 😊
Umlaufend über den Stein zieht sich außerdem der Refrain des Neusser Heimatliedes. Alles zusammen macht die Stele zu einem echten Stück Stadtgeschichte in Stein – und für mich zu einer richtig starken Grundlage für unsere Grabgestaltung.
Cornelia Pastohr ist für uns übrigens keine Unbekannte. Schon vor drei Jahren auf der Landesgartenschau in Höxter wurde uns ein besonderer Grabstein von ihr zugelost: damals zeigte er das Kloster Corvey, passend zu unserem Urnengrab. Umso schöner ist es natürlich, dass wir nun in Neuss wieder mit ihr und einem ihrer Steine arbeiten dürfen. Man sieht sich eben manchmal schneller wieder, als man denkt. 😊
Meine Vision: eine nachhaltige, biodiverse und zukunftsorientierte Grabgestaltung. Dafür habe ich mit heimischen Pflanzen aus den Programmen „Wilde Talente“ und „Insektenfreude“ des Gartenbaubetriebes Born (Gartenbau Born) aus Straelen gearbeitet. Denn Friedhofsgärtnerei bedeutet für mich nicht nur, ein Grab schön zu bepflanzen. Es geht auch darum, Lebensräume mitzudenken, Insekten etwas anzubieten und Gestaltung so zu planen, dass sie heute schön ist und morgen noch Sinn ergibt. 🐝🌱
Weil die Stadtmauer auf dem Stein so eine wichtige Rolle spielt, haben wir dieses Motiv in der Grabgestaltung aufgegriffen und mit Steinen aus dem gleichen Material, Jura-Marmor, als kleine Trockenmauer fortgeführt. Bepflanzt wurde diese Mauer mit Sempervivum-Hybriden, die sich schön in die Fugen und Zwischenräume einfügen und dem Ganzen diesen gewachsenen Charakter geben.
Hinter der Stadtmauer holt sich die Natur dann im wahrsten Sinne des Wortes ihr Gebiet zurück. Dort wird es bewusst wilder, lebendiger und naturnäher. Gepflanzt wurden dort unter anderem 🌱Achillea millefolium / Gewöhnliche Wiesenschafgarbe, Centaurea jacea / Wiesen-Flockenblume, Cichorium intybus / Wegwarte, Clinopodium vulgare / Gemeiner Wirbeldost, Galium verum / Echtes Labkraut, Hypericum perforatum / Echtes Johanniskraut, Knautia arvensis / Acker-Witwenblume, Leucanthemum vulgare / Wiesen-Margerite, Lychnis flos-cuculi / Kuckucks-Nelke, Lythrum salicaria / Blutweiderich, Origanum vulgare / Oregano, Trifolium rubens / Purpur-Klee und Verbascum densiflorum / Großblütige Königskerze. 🌿🌼
Dazu kommen als Solitärgehölze Hedera helix ‘Arborescens’, also Strauch-Efeu, und Sambucus nigra ‘Black Lace’, der Schwarze Holunder. Auch einige Baumstämme haben ihren Platz gefunden. Das Ganze soll nicht aussehen wie „Natur hübsch dekoriert“, sondern eher wie ein Stück Natur, das sich seinen Raum wieder nimmt. Genau diesen Gedanken fand ich mit Blick auf die Stadtmauer besonders spannend. 🪵🌱
Vor den Toren beziehungsweise vor der Stadtmauer von Neuss findet ja nun die Landesgartenschau statt. Deshalb wird es dort wieder etwas geordneter. In diesem Bereich haben wir Bodendecker aus dem Programm „Wilde Talente“ eingesetzt, darunter Dianthus deltoides / Heide-Nelke, Phyteuma scheuchzeri / Scheuchzers Teufelskralle, Prunella vulgaris / Gewöhnliche Braunelle, Dianthus carthusianorum / Kartäuser-Nelke, Thymus pulegioides / Gewöhnlicher Thymian und Sedum acre / Scharfer Mauerpfeffer.
Das Beet selbst hat die Form einer wehenden Fahne und greift mit seiner Frühjahrsbepflanzung die Stadtfarben von Neuss auf: Rot und Weiß. Bepflanzt ist dieser Bereich aktuell mit Viola x wittrockiana, also Stiefmütterchen. ❤️🤍🌷
So treffen in diesem Grab mehrere Gedanken aufeinander: Stadtgeschichte und Natur, Ordnung und Wildwuchs, Stein und Pflanze, Erinnerung und Zukunft. Und genau das macht solche Mustergräber für mich immer wieder spannend. Man bekommt einen Stein zugelost, schaut ihn sich an, denkt darüber nach, was er erzählen könnte, und irgendwann entsteht daraus eine Idee, die hoffentlich nicht nur schön aussieht, sondern auch etwas zu sagen hat.
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Steinmetzin Cornelia Pastohr für diesen besonderen Stein. 🙏🏻
Und weil bei aller Arbeit auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen darf: Am Freitag und Montag waren wir im Schwan Restaurant am Markt in Neuss sehr lecker essen. Ein besonderes Dankeschön geht an Kenja, die uns dort wirklich überaus nett und zuvorkommend umsorgt hat. Bei der nächsten Wechselbepflanzung kommen wir gerne wieder. 😋
Ich hoffe, euch gefällt unser erstes Mustergrab auf der Landesgartenschau Neuss genauso gut wie uns. Die Entwicklung werden wir natürlich weiter begleiten und euch spätestens zur nächsten Bepflanzung wieder neue Bilder zeigen.
Als nächstes stellen wir euch dann unser Urnengrab vor. Also: bleibt gespannt! 🍀
Liebe Grüße euer Torsten 🙋♂️
und das Team der Friedhofsgärtnerei Stückert 🌿
Landesgartenschau Neuss 2026