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31/05/2021

Soziale Gerechtigkeit - ein Kampfbegriff?
Seit etlicher Zeit geistert „soziale Gerechtigkeit“ in den Diskussionen, obgleich ja „sozial“ und „gerecht“ nicht auf den ersten Blick vereinbar scheinen, ja, eigentlich ein Paradoxon beschreiben. „Sozial“ umfasst an sich nichts Besonderes, das Adjektiv beschreibt 1a.“das (geregelte) Zusammenleben der Menschen in Staat und Gesellschaft betreffend; auf die menschliche Gemeinschaft bezogen, zu ihr gehörend“, bzw. 1b.“die Gesellschaft und besonders ihre ökonomische und politische Struktur betreffend“, so Google bzw. Duden.
„Gerecht“ beschreibt als Adjektiv 1.“dem geltenden Recht entsprechend, gemäß; nach bestehenden Gesetzen handelnd, urteilend, z.B. ein "ein gerechter Richter" bzw.
2.dem [allgemeinen] Empfinden von Gerechtigkeit, Wertmaßstäben entsprechend, gemäß; begründet, gerechtfertigt "eine gerechte Verteilung, Sache"

Soziale Gerechtigkeit ist also erst einmal gar nicht klar definiert. Insbesondere „gerecht“ ist sehr schwammig. Was ist gerecht? Dass Jeder das gleiche hat? Oder ist es eher gerecht, zu sagen, jeder soll nach seinen Bedürfnissen leben dürfen? Beides erfordert einen starken Staat, der umverteilt. Nur, irgendwoher müssen ja die Güter, die umverteilt werden, kommen? Ein Staat der nicht fragt, woher das umzuverteilende kommt, ist per se zum Scheitern verurteilt. Da werden einfach Schulden gemacht, was ja nicht generationengerecht sein kann, und eine übermäßige Steuerbelastung erstickt den Arbeitswillen der Steuerzahler, da bricht auch die ökonomische Grundlage weg. In einem Land mit den weltweit höchsten Steuern und Abgaben lässt sich die Steuerlast nicht beliebig erhöhen, denn, dann nimmt man im Ergebnis weniger ein. Das ist ausreichend berechnet und dokumentiert worden. Und dass insbesondere „Gut Verdiener“ höher besteuert werden können, ist eine Illusion, die wandern einfach ab. Beispiel Sportler: die gönnen sich ein Domizil in Monaco. Nur diejenigen, die zu wenig haben um fliehen zu können, bleiben zurück. Da ist nichts zu holen! Und auch nicht gerecht.
„Leistungsgerecht“ jedoch widerspricht den Ideologen. „Starke Schultern“ können mehr tragen, so der Slogan. Dabei wird nicht hinterfragt, woher das Individuum die „starken Schultern“ hat, ob aus Erbe, aus Sparsamkeit oder übermäßiger Arbeit. Die Ideologen haben selten oder nie selbst gearbeitet und kennen die Arbeitswelt nur aus Büchern, ihren Lebensunterhalt bestreiten sie aus Zuwendungen Anderer, wie das schon Marx so tat, und ihr möglicherweise schlechtes Gewissen beruhigen sie damit, Arbeit mache ja „Spaß“. Na ja, ihre „Arbeit“ macht ja auch Spaß. Sitzen und diskutieren, das hat schon Marx Spaß gemacht, das Vermögen seiner Frau und dann noch das seines Förderers – ererbt! – zu verprassen. Das kann man auch aktuell recht gut sehen: die Wortführer der Aktivisten und Kommunisten haben auch nie gearbeitet, sie haben geerbt.
An den Ideologen kann man sehen, dass die arbeitende Klasse verachtet wird. Ein Student der Politologie im 20. Semenster und BAFÖG Bezieher hat mir seinerzeit, als das noch möglich war, jedoch abgeschafft werden sollte, vorgejammert, das sei doch unmöglich, da müsste er ja sein Studium beenden und täglich (!) arbeiten wie ein Maurer (!), da müsste er ja leben wie ein Tier (!). Geschehen in Marburg, mit damals DKP Wahlerfolgen von 90 %.
Sozialismus ist wohl so. Und nun fragt sich, woher das kommen mag: anders als in der DDR basiert der moderne Sozialismus auf Erbe, das in der ersten Nachkriegszeit von der Elterngeneration erarbeitet wurde. Mein Ziel war es immer, der Notwendigkeit enthoben zu sein, täglich durch Arbeit den Lebensunterhalt verdienen zu müssen, ohne Aussicht darauf, durch Erbe (da war nichts vorhanden bei uns Heimatvertriebenen) dem entgehen zu können. Das prägt mich heute noch, Sparsamkeit und Fleiß. Durch Anstrengung und Sparsamkeit konnte ich ein bescheidenes Vermögen ansammeln – dafür sind die starken Schultern verschlissen. Rentenansprüche konnte ich in nicht nennenswerter Größenordnung erwerben, wie denn auch, wenn man praktisch bei Null beginnt. Hätte sich auch kaum gelohnt, die Durchschnittsrente liegt bei unter 1000 € monatlich.
Da forscht man doch, woher solche abstrusen Ideen kommen. Da bin ich fündig geworden: im ersten sozialistischen deutschen Staatswesen war die Idee von „sozialer Gerechtigkeit“ schon gebräuchlich, siehe hier:

Da erschließt sich, weshalb so viele dem Rattenfänger nachgelaufen sind. In “Mein Kampf“ wurde das niedergeschrieben! Weil das jedoch jahrzehntelang auf der Verbotsliste stand und keinem zugänglich war, konnten die modernen Nachfolger das problemlos verwenden und propagieren. Das haben die Führer im deutschen Arbeiter- und Bauern-Staat nicht gewagt…

30/10/2018

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