12/10/2026
🦷 Zahnersatz geplant? Materialien können vorab gezielt untersucht werden.
Bei umfangreichen prothetischen Versorgungen oder einer geplanten Implantation kann es sinnvoll sein, mögliche Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Materialien genauer abzuklären. Das gilt besonders für Patienten mit einer ausgeprägten Allergie- oder Unverträglichkeitsvorgeschichte.
Eine mögliche Untersuchungsmethode ist der Lymphozytentransformationstest, kurz LTT. Dabei wird anhand einer Blutprobe untersucht, ob bestimmte Abwehrzellen des Immunsystems auf einzelne Stoffe reagieren. So können Hinweise auf eine Sensibilisierung gegenüber bestimmten Dentalmaterialien gewonnen werden.
Je nach Fragestellung können zum Beispiel Metalle, Kunststoffe beziehungsweise Acrylate, Zemente, Komposite oder andere zahnärztliche Materialien untersucht werden. Auch individuelle Materialien können in bestimmten Fällen getestet werden.
Die Blutentnahme kann direkt in unserer Praxis erfolgen. Anschließend wird die Probe zur Auswertung an ein spezialisiertes Labor, beispielsweise das IMD Berlin, weitergeleitet.
Bei Titan ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Eine klassische Titanallergie ist sehr selten. Bei einer sogenannten Titanunverträglichkeit geht es vielmehr um eine mögliche verstärkte Entzündungsreaktion auf Titanoxidpartikel.
Vor einer Implantation kann deshalb bei entsprechender Fragestellung ein Titanstimulationstest sinnvoll sein. Dieser untersucht nicht eine klassische Allergie, sondern die individuelle Entzündungsreaktion auf Titanpartikel.
Ob eine solche Untersuchung im Einzelfall sinnvoll ist, wird immer individuell anhand der Vorgeschichte und der geplanten Versorgung entschieden.