03/09/2026
5 Faktoren, die über eine Sofortimplantation entscheiden
Zu wenig Knochen apikal bedeutet nicht automatisch: keine Sofortimplantation.
Entscheidend ist, wo Primärstabilität erreicht werden kann – und ob das in der korrekten 3D-Position möglich ist.
1. Primärstabilität ist dreidimensional
Verankerung muss nicht nur apikal erfolgen. Je nach Anatomie kann Stabilität auch oro-vestibulär, mesio-distal oder interradikulär entstehen.
👉 Nicht nur fragen: „Wie viel Knochen habe ich apikal?“ – sondern: „Wo habe ich stabilen Knochen?“
2. Vorhandene Strukturen nutzen
Gerade bei Molaren kann das interradikuläre Septum wertvoll sein. Angepasste oder densifizierende Bohrprotokolle können helfen, vorhandenen Knochen für die Stabilität zu nutzen, statt ihn vollständig wegzubohren.
👉 Vorhandenen Knochen erhalten und nutzen.
3. Implantatsystem passend zur Verankerung wählen
Entscheidend ist, wo die Stabilität entstehen soll.
Beim internen Sinuslift kann ein im Hals stark durchmesserreduziertes Implantat weniger hilfreich sein, wenn koronaler Knochen zur Verankerung benötigt wird. Für apikales Anchorage können dagegen konische Implantate mit aggressiver apikaler Gewindegeometrie sinnvoll sein.
👉 Erst Verankerung definieren, dann Implantatgeometrie wählen.
4. Hoher Torque ist nicht automatisch problematisch
35 Ncm sind keine harte biologische Grenze. Auch höhere Insertionstorques können vorhersagbar sein.
Entscheidend ist, woher der Torque kommt: stabile Verankerung und passende Makrogeometrie sind etwas anderes als starke Kompression des schwachen krestalen Knochens.
👉 Nicht nur den Wert betrachten – verstehen, wo er entsteht.
5. Primärstabilität nicht mit Fehlposition erkaufen
Das stabilste Implantat hilft wenig, wenn dafür die prothetisch korrekte Position verlassen wird.
Wenn ausreichende Stabilität nur außerhalb der geplanten 3D-Position erreichbar ist, muss die Sofortimplantation hinterfragt werden.
👉 Stabilität innerhalb der richtigen Position suchen – nicht die Position für Stabilität opfern.