28/08/2025
Forschungen zeigen, dass die Alzheimer-Krankheit möglicherweise mit einem unerwarteten Übeltäter zusammenhängt – Zahnfleischerkrankungen.
Eine Studie entdeckte das Vorhandensein von Porphyromonas gingivalis, einem Bakterium, das für chronische Parodontitis verantwortlich ist, im Gehirn verstorbener Alzheimer-Patienten.
Die Forscher fanden heraus, dass, wenn Mäuse mit diesem Bakterium infiziert wurden, es sich in ihrem Gehirn ansiedelte und die Produktion von Amyloid-Beta auslöste, einem Protein, das häufig mit Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Diese Erkenntnis stärkt die Hypothese, dass die Krankheit infektiöse Ursprünge haben könnte, anstatt ausschließlich eine neurodegenerative Erkrankung zu sein.
Die Studie zeigte außerdem, dass toxische Enzyme des Bakteriums bei Personen vorhanden waren, die zwar bereits Alzheimer-typische Veränderungen im Gehirn aufwiesen, aber noch nicht an Demenz erkrankt waren. Das deutet darauf hin, dass die Infektion Jahre vor dem Auftreten von Symptomen beginnen kann.
Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für potenzielle Behandlungen. Das Pharmaunternehmen Cortexyme entwickelte eine Verbindung namens COR388, die in Tierversuchen vielversprechend war, sowohl die bakterielle Infektion als auch die Anhäufung von Amyloid-Beta zu reduzieren. Obwohl noch Studien am Menschen nötig sind, um die Wirksamkeit zu bestätigen, unterstreicht die Untersuchung die Bedeutung der Mundhygiene für die Gehirngesundheit. Wissenschaftler sind vorsichtig optimistisch und betonen, dass angesichts fehlender neuer Demenzbehandlungen in den letzten 15 Jahren die Erforschung aller möglichen Ursachen entscheidend ist. Auch wenn weitere Forschung notwendig ist, zeigt die Verbindung zwischen Zahnfleischerkrankungen und Alzheimer eine einfache, aber wichtige Botschaft: Die Pflege der Zähne könnte helfen, das Gehirn langfristig zu schützen.