30/08/2026
Wir sind keine Nutznießer.
Wir halten dieses System am Laufen.
Dieses Foto zeigt mich mit meinem 4 Wochen alten Kind.
Und es zeigt mich abends nach der Arbeit.
Statt einfach nur für die Familie da zu sein war ich wieder in der Praxis – weil Patientinnen und Patienten versorgt werden müssen, weil ich Verantwortung für meine Mitarbeiter trage und weil eine Praxis nicht einfach stehen bleibt.
Umso mehr trifft es mich, wenn Ärztinnen und Ärzte, die vor den Folgen weiterer Einsparungen und Budgetierungen warnen, als „Nutznießer des Systems“ bezeichnet werden.
Nein.
Wir sind keine Nutznießer.
Wir sind diejenigen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen. Die behandeln, organisieren, investieren und auffangen. Die versuchen, trotz immer schwierigerer Bedingungen eine gute ambulante Versorgung aufrechtzuerhalten.
Dieses Foto soll kein „Schaut her, wie viel ich leiste“ sein.
Es soll zeigen, dass hinter diesem „System“ Menschen stehen.
Menschen, die ihren Beruf lieben.
Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Und Menschen, die irgendwann auch nicht mehr können.
Wer die ambulante Medizin erhalten will, darf diejenigen, die sie tragen, nicht immer weiter belasten und gleichzeitig abwerten.
Wir brauchen keine Geringschätzung.
Wir brauchen Rahmenbedingungen, unter denen wir unseren Job auch morgen noch machen können.
Und vor allem brauchen unsere Patientinnen und Patienten ein Gesundheitssystem, das Vorsorge großschreibt, statt erst dann zu handeln, wenn Menschen krank sind. Denn gerade bei unseren Kindern gilt: Gute Vorsorge heute kann verhindern, dass aus kleinen Problemen morgen große werden.