23/10/2026
Müssen Weisheitszähne eigentlich immer raus?
Nein. Es hängt vom Platz ab. Bei den meisten Menschen ist im Kiefer schlicht nicht genug Raum, damit die Weisheitszähne gerade durchkommen. Dann liegen sie schräg, sind teils mit Zahnfleisch bedeckt oder drücken gegen den Nachbarzahn. Man merkt davon lange gar nichts. Bis es sich entzündet und wehtut.
Vier Fälle, die wir in der Praxis ständig sehen:
Erstens: Der Weisheitszahn wächst nicht gerade, sodass man mit der Zahnbürste nicht richtig putzen kann. Dann entsteht Karies, und zwar nicht nur an ihm selbst, sondern auch am gesunden Zahn daneben. Der Weisheitszahn kommt raus, damit der Nachbarzahn bleibt.
Zweitens: Das Zahnfleisch entzündet sich immer wieder. Das Zahnfleisch über dem halb durchgebrochenen Zahn wird dick, drückt, tut weh, manchmal geht der Mund nicht mehr richtig auf.
Drittens: Die Kieferorthopädie braucht den Platz. Wenn Zähne gerade gerückt werden sollen, kann ein Weisheitszahn im Weg stehen. Das besprechen wir dann gemeinsam mit den Kolleg:innen.
Viertens: Es ist Platz da, der Zahn steht gerade, macht keine Probleme und lässt sich putzen. Dann bleibt er. Wir ziehen keinen Zahn, nur weil er ein Weisheitszahn ist.
Welcher Fall bei dir zutrifft, sieht man auf einem Röntgenbild, nicht im Spiegel. Deshalb: Wenn du hinten was spürst oder einfach wissen willst, wie deine Weisheitszähne liegen, komm vorbei. Sebastian Krause und Dr. Leonard Heym sind unsere Fachzahnärzte für Oralchirurgie und schauen sich das in Ruhe mit dir an.