17/06/2024
Mund auf, Praxis zu!
Wir beteiligen uns am 18.06.24 am landesweiten Protesttag der Zahnärztinnen und Zahnärzte in Niedersachsen. Am Protesttag sind wir telefonisch nicht errreichbar und haben nur eingeschränkt geöffnet.
Konkret fordern wir, dass Prüfungen, Dokumentationen und andere bürokratische Prozesse, die viel Zeit und Geld kosten auf den Prüfstand müssen, damit unnötige Abläufe gestrichen und mehr Zeit bleibt für die Behandlung der Patientinnen und Patienten. Die Gesundheitspolitik muss die freie Zahnarztpraxis als beste Form der zahnmedizinischen Versorgung entlasten und fördern.
Helfen statt heilen - Warum es manchmal dauert, einen Termin zu bekommen:
Der Zahnarztberuf ist ein Heilberuf und auch die Zahnmedizinischen Fachangestellten haben ihren Beruf ergriffen, um kranken Menschen zu helfen. Aber leider müssen wir in den Praxen immer mehr Zeit darauf verwenden, bürokratische Aufgaben zu erledigen. Alles muss bis ins Detail dokumentiert werden, jede Tätigkeit wird kontrolliert – jetzt wollen die Hygienebehörden auch noch den Anpressdruck messen, mit dem in der Praxis ein Instrument zur Desinfektion abgewischt wird. Das Maß ist voll, der Bürokratie-Stall muss endlich ausgemistet werden. Denn wir wollen heilen statt heften.
Warum die Budgetierung die Behandlung einer Volkskrankheit gefährdet:
Parodontitis ist eine stille Volkskrankheit. Rund 35 Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser chronischen Entzündung im Mund. Sie führt zu Zahnfleischbluten und Mundgeruch und ist einer der häufigsten Gründe für Zahnverlust bei Erwachsenen. Doch nicht nur der Mundraum ist betroffen: Eine Parodontitis kann die Gesundheit des ganzen Körpers beeinträchtigen und hat zum Beispiel Auswirkungen auf Herz und Kreislauf, kann Schwangerschaften negativ beeinflussen und hat Wechselwirkungen mit Diabetes.
Die gute Nachricht: Paradontitis kann behandelt werden und je früher sie entdeckt wird, desto besser. Aber durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz werden Leistungen wie die Behandlung von Parodontitis budgetiert, das heißt die Finanzmittel für die Behandlung werden begrenzt. Und die Folgen sind spürbar. Seit Inkrafttreten des Gesetzes sind die Neubehandlungen von Parodontitis drastisch zurückgegangen, obwohl die Zahl der Erkrankungen nicht gesunken ist.
Das Ergebnis: Mehr Menschen werden krank mit enormen Folgekosten für das Gesundheitssystem.
Für Patienten mit einem Termin stehen wir am Protesttag weiterhin zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Protesttag unter www.mundauf.info
Bildquelle: Bundeszahnärztekammer, Zahnärztekammer Niedersachsen