01/07/2014
Liebe FreundInnen und PatientInnen!
Risikofaktor Mundwasser: Die Studie im Anhang will ich euch nicht vorenthalten, noch dazu entspricht es meinem Satz bei jedem Erstgespräch: „Zahnseide und Zähneputzen, das ist genug!“
Mehrere Studien belegen, dass täglicher Gebrauch von „chemischen Lösungen“ nicht gut ist, s.u.
FAZIT: Zahnseide und Zähneputzen ist genug.
Nun zur Studie:
Liebe Grüße, Euer Mikroskopzahnarzt Klaus Kotschy
www.mikroskopzahnarzt.at
Risikofaktor Mundwasser
„Die ursächliche Rolle von Mundspülung bei der Krebsentstehung muss noch weiter untersucht werden“, so der Bremer Professor Wolfgang Ahrens. Nur bei 16 von knapp 2.000 Studienteilnehmern habe die Kombination aus Tumor und häufigem Mundwassergebrauch vorgelegen. In der Studie konnte gezeigt werden, dass exzessiver Gebrauch von Mundwasser – mehr als dreimal pro Tag – mit einem erhöhten Risiko für Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs verbunden war. Es konnte allerdings nicht ermittelt werden, ob eine bestimmte Sorte von Mundwasser für die Risikoerhöhung verantwortlich ist.
Dr. David I. Conway, Dozent an der Zahnklinik der Universität Glasgow und Mitautor der Studie, empfiehlt, Mundwasser nicht täglich zu benutzen. Das Wichtigste sei das regelmäßige Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide in Kombination mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen.
Bereits 2008 hatten Wissenschaftler der Universität Melbourne empfohlen, dass australische Supermärkte keine Mundwässer verkaufen sollen, die Alkohol enthalten. Eine Forschungsübersicht hatte befunden, dass Verbraucher ein erhöhtes Risiko für Mundkrebs haben. Einerseits macht das verwendete Äthanol die Mundschleimhaut durchlässiger für karzinogene Substanzen, andererseits ist Acetaldehyd als Abbauzwischenprodukt von Äthanol im Körper selbst eine schädliche und karzinogene Substanz.
Prof. Dr. Alastair N. Goss, MKG-Chirurg am Royal Adelaide Hospital, fasste 2009 pointiert zusammen, dass es keinen vernünftigen klinischen Grund für Alkohol in einer Mundspülung gebe – es sei denn, man wolle einen suchtbildenden Inhaltsstoff. Auch wenn es keinen Zweifel gebe, dass Mundspüllösungen ihre Rolle bei der oralen Hygiene spielen, seien Mundspülungen mit hohem Alkoholgehalt nicht zu empfehlen für Patienten, die suchtanfällig sind, die andere Risiken für Kopf-Hals-Krebs wie Nikotin- und Alkoholkonsum aufweisen oder die schon Kopf-Hals-Tumore entwickelt hatten.
Ahrens W et al. Oral health, dental care and mouthwash associated with upper aerodigestive tract cancer risk in Europe: the ARCAGE (Alcohol-Related Cancers and Genetic-susceptibility in Europe) study. Oral Oncology, online 28. März 2014; EU-Studie: Schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnarztbesuche steigern Krebsrisiko. Mitteilung der Universität Bremen vom 4. Mai 2014; McCullough MJ, Farah CS. The role of alcohol in oral carcinogenesis with particular reference to alcohol-containing mouthwashes. Aust Dent J 2008;53:302-5; Alcoholic Mouthwashes. Aust Dent J 2009;54 (1): online 19. Dezember 2008.