09/08/2026
Ich versteh's total: als Elternteil willst du einfach nur, dass dein Kind mitmacht und kooperiert. Der Satz "Wenn du nicht putzt, muss der Zahnarzt bohren" rutscht da schnell mal raus. Ist auch keine böse Absicht. Aber genau dieser Satz prägt bei deinem Kind eine Gleichung ein, die es sein Leben lang begleiten kann: Zahnarzt gleich Strafe.
Auch Wörter wie "Spritze" oder "tut weh" wecken oft erst die Angst, die vorher noch gar nicht da war. Deshalb machen wir das bei uns anders. Die Spritze heißt bei uns "Zaubertropfen". Außerdem dürfen Kinder vorher jedes Instrument in Ruhe ansehen und begutachten, bevor überhaupt etwas in den Mund kommt.
Zusätzlich haben wir einen Spray, der den Zaubertropfen kaum spürbar macht.
Wenn dein Kind bei uns tapfer eine Füllung geschafft hat, soll es das auch richtig spüren dürfen: stolz sein, gefeiert werden, mit einem guten Gefühl nachhause gehen. Wir müssen nicht eine 2. Füllung aufdrängen. Ja, ich weiß, es ist mühsam nochmal in die Praxis zu kommen, aber genau das gibt deinem Kind die Zeit und den Raum, die es braucht, um sich nicht überfordert zu fühlen.
Was viele oft auch nicht wissen: deine Kinder spüren sofort, wenn die Erwachsenen selbst angespannt sind, und übernehmen dieses Gefühl ganz automatisch. Deshalb hilft es schon so viel, wenn du selbst ruhig bleibst, auch wenn es dir gerade schwerfällt. Manchmal hilft Humor.
Schick das gern Mami oder Papi aus deiner Gruppe, deren Kind sich vor dem nächsten Zahnarzttermin nicht fürchten soll. Vielleicht nimmt es genau ihnen ein bisschen die Sorge.